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Cashmere und Wolle sind nicht gut für Tierwohl & Umwelt. Doch es gibt Alternativen aus recyceltem Garn. Welche Marken schon auf die nachhaltige Variante umgestiegen sind, erfahrt ihr hier.

Von: Saskia Ruttmann

Cashmere wird aus dem Unterfell von Ziegen gewonnen, die in kalten Gebieten Chinas und der Mongolei leben. Durch Temperaturen von -30 Grad wächst ihnen ein besonders warmhaltendes Unterfell, welches im Frühling ausgekämmt wird und zu Pullovern, Kleidern oder Schals weiterverarbeitet wird.  

Was sich einfach, natürlich und ressourcenschonend anhört, geht in Wahrheit mit Tierleid und einer Schädigung der Umwelt einher. Beim Auskämmen der Wolle entstehen nicht selten Schnittwunden bei den Ziegen, an denen sie sogar sterben können. Zudem werden die Ziegen häufig nicht erst im Frühling, sondern schon im Herbst oder Winter geschoren und erfrieren dann. Wenn ein Tier zu wenig Unterfell besitzt oder dieses die „falsche“, sich schlecht verkaufende Farbe hat, wird es geschlachtet. Dies erfolgt ohne jegliche Tierschutzgesetze.  

Das lohnende Geschäft mit dem Unterfell der Kaschmirziegen bringt eine vermehrte Züchtung dieser Tiere in China und der Mongolei mit sich. Es kommt zur Überweidung, Bodenerosion und einem immensen Wasserverbrauch. Pestizide, die unter anderem zum Bleichen der Wolle genutzt werden, belasten die Umwelt zusätzlich.  

Es gibt also einige Gründe, um auf Produkte aus Cashmere zu verzichten. Du kannst stattdessen auf Alternativen aus natürlichen Fasern wie Baumwolle, Leinen oder Hanf zurückzugreifen. Auch Schafswolle kann eine regionale Alternative darstellen, aber auch hier ist Vorsicht geboten: Du solltest dich immer über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren!  

Wenn du dennoch nicht auf Cashmere verzichten willst…  

… solltest du unbedingt auf das kbT, IVN-BEST- und GOTS-Siegel achten.  

Recycelte Wolle  

Eine weitere Möglichkeit, die mittlerweile auch Einzug in die Industrie gehalten hat, ist die Wiederverwertung von Wolle. So werden Textilverschnitten oder alte Kleidungsstücke gesammelt, ausgekämmt und mit einem Anteil neuer Rohfasern verwoben. So werden erheblich Ressourcen gespart.  

Die Wiederverwertung von Cashmere ist nicht ganz einfach: Bereits die Rohfaser ist mit circa 40 Millimetern vergleichsweise kurz, durch die Verarbeitung wird sie noch kürzer. Außerdem ist die Cashmere-Faser äußerst empfindlich. Das macht das Recycling schwierig, aber nicht unmöglich. Um das Material nach der Strapazierung bei der Wiederverarbeitung zu stärken, werden daher häufig neue Rohfasern mit den recycelten Cashmere-Fasern verwebt. So entstehen neue, warmhaltende und ressourcenschonende Kleidungsstücke. Wer Kleidung aus recycelter Wolle kauft, setzt also ein klares Statement für Nachhaltigkeit! 

Folgende Labels verwenden für ihre Ware recycelte Wolle:

Stella McCartney  

Seit 2017 setzt das britische Label auf recycelten Kaschmir, der aus Fabrikabfällen gewonnen wird. So werden die Kohlenstoff-Emissionen um bis zu 92 Prozent reduziert. 

Patagonia 

Auch das amerikanische Label Patagonia nutzt seit 2017 einen Kaschmirgarn, der aus Preconsumer-Abfällen gewonnen wird. Er wird mit 5 Prozent Neuwolle vermischt und ungefärbt weiterverarbeitet. 

Ganni 

Das dänische Label setzt auf recycelte Wolle. So bestehen 70 Prozent eines Schals oder einer Beanie aus aufbereiteter Wolle. Außerdem bemüht sich das Label um eine klimafreundlichere Produktion seiner Kleidungsstücke.